ENERGIEWENDE

 

                Nicht ohne Windräder

Eine Richtigstellung der Behauptungen der Windkraftgegner von der Initiative NoW zu den geplanten Windkraftanlagen in Neu-Anspach

Liebe Mitbürger,

dieser Tage werden zur Windkraft wieder die immer gleichen Einwände vorgebracht, die in mehreren Veranstaltungen seit langem hätten ausgeräumt sein sollen. Man könnte meinen, die Windkraft sollte erstmalig im Usinger Land erprobt werden.

Hunderte von Windparks zeigen, die Beeinträchtigung der Natur ist minimal und Gesetze schützen uns vor Schall und Schattenwurf. Es gibt keine Alternative zur Windkraft, denn auch Fotovoltaik auf jedem Dach und viele Freilandanlagen reichen im Winter nicht aus. Wasserkraft hat kein Potenzial, Biomasse ist (Reststoffverwertung ausgenommen) ein Irrweg und die nicht unumstrittene Tie­fengeothermie würde zu lange dauern.

Bei der Windkraft gibt es nur einen Einwand, der nicht widerlegt werden kann, - „die Dinger gefallen mir nicht“. Aber wenn es uns nicht gelingt, 90 Prozent der CO2 Emissionen zu vermeiden, - wie wird die Natur im Taunus einst aussehen?

Durch Nichtstun können wir unsere Natur nicht erhalten.

Kaum jemand scheint verstanden zu haben, dass der Klimawandel jenseits des 2-Grad- Ziels unumkehrbar wird, von uns nicht mehr beeinflusst werden kann. Ein biss­chen Klimaschutz geht so wenig wie ein bisschen schwanger.

Die Meinung zu Windrädern ist nicht beliebig, sondern eine Frage guter oder weniger guter Information. Nachfolgend unsere Argumente zur Darstellung von NoW.

NoW: „ca.100000 m² Wald dauerhaft vernichtet“

Richtig ist: Die dauerhafte Rodungsfläche für die fünf Anlagen beträgt nach den Genehmigungsunterlagen 36513 m². Das sind 0,233 % der Waldfläche Neu Anspachs.

NoW: „6 m breite Waldautobahnen“

Richtig ist: Weitgehend werden vorhandene Waldwege verbreitert, die nach Errichtung der Windkraftanlagen (laut Gesetz) wieder zurückgebaut oder nach §12 HFG ausgeglichen werden müssen.

NoW: „Zerstörung des Lebensraumes der Tiere“, „Vögel schreddern“

Richtig ist: Eine Vielzahl von naturschutzrechtlichen Bestimmungen müssen eingehalten werden und dennoch werden vereinzelt Vögel getötet, ein Vielfaches mehr aber durch Autos und Stromleitungen. Es gibt keine Erkenntnisse, dass Tiere dauerhaft vertrieben werden.

NoW: „Verschandelung der Landschaft“

Richtig ist: Windräder gefallen nicht jedem, rauchende Schornsteine und Stromleitungen aber auch nicht, von Braunkohlerevieren ganz zu schweigen. Wer die Vorzüge der modernen Zivilisation will, benötigt dafür Energie.

NoW: „Attraktivitätsverlust des Naherholungsgebietes für 18 Mio. Touristen“

Richtig ist: Die Zahl von 18 Millionen Touristen im Usinger Land zeigt, für jeden erkennbar, wie unrealistisch die Zahlen der Windkraftgegner von NoW sind.

NoW: „Gesundheit ist in Gefahr“

Richtig ist: Unsere Gesundheit ist durch ganz andere Einflüsse gefährdet, durch Lärm und Abgase des Verkehrs, durch Emissionen der Kraftwerke oder Heizanlagen und, und, und ...

NoW: „Lärm durch Windräder: 1 WKA = 45 dB(A) in 1,2 km”

Richtig ist: 1 WKA = 45 dB(A) in 200m. Das ist weniger als bei einer ruhigen Unterhaltung. Bürogeräusche etwa verursachen ca. 70 dB(A).

NoW: „Schädigung durch nicht hörbare Infraschallschwingungen im Umkreis bis 20 km“

Richtig ist: Laut Bayr. Landesamt für Umwelt: „...haben nach heutigem Stand der Wissenschaft WKA keine schädlichen Auswirkungen für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen“ und „Außerdem wurde festgestellt, dass der durch den Wind verursachte Infraschall deutlich stärker ist als der ausschließlich vom Windrad erzeugte Infraschall.“

NoW: „Schlagschatten“, „Disco-Effekt“

Richtig ist: Schlagschatten muss laut gesetzlicher Regelung durch entsprechende Aufstellung und gegebenenfalls durch Abschaltung vermieden werden. Der so genannte Disko-Effekt kommt bei neuen WKA durch nicht reflektierende Lackierung nicht mehr vor.

NoW: „Eiswurfgefahr“

Richtig ist: Bei diesen extrem seltenen Wetterlagen empfiehlt es sich ohnehin den Wald zu meiden.

NoW: „Keine Befragung“, „keine ausreichende Information“

Richtig ist: In der parlamentarischen Demokratie, in der wir leben, sind Befragungen zwar wünschenswert, aber nicht bei allen Themen üblich. Bisher gab es jedoch zwei Bürgerinformationsveranstaltungen, weitere sind geplant. Außerdem wurde in der Presse ausführlich darüber berichtet.

NoW: „Wertverlust der Immobilien“, „Zerstörung von Existenzgrundlagen“

Richtig ist: Diese Behauptungen sind weitgehend unhaltbar und sollen Ängste der Bürger schüren.

NoW: „Windkraftanlagen aus überwiegend wirtschaftlichen Motiven“

Richtig ist: Rendite gehört zu unserem Wirtschaftssystem, die Alternative wäre Planwirtschaft. Für die Politik ist der Klimaschutz und die Sicherheit der Bevölkerung das Hauptmotiv für die Energiewende.

NoW: „für erneuerbare Energien, aber nicht an den projektierten Standorten im Wald“

Richtig ist: Das ist die reine Form des St.- Florian-Prinzips. Manche meinen anscheinend, die Nachteile unseres Lebensstils auf andere Regionen oder andere Generationen abwälzen zu können. Wo denn sonst sollen Windräder stehen? Der Wind weht nun mal besonders kräftig auf den Höhen und bei uns sind die Höhenzüge bewaldet. Alle Standorte, die eventuell besser sind, müssen natürlich auch genutzt werden.

 

Diese Darstellung wird unterstützt von:                                                                                                  attac Hochtaunus, BUND Kreisverband Hochtaunus, Pro Umwelt 21 und So'ne Kraft Hochtaunus e. V.

Weitere Informationen vom Deutschen Naturschutzring unter: http://www.wind-ist-kraft.de/



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